Was soll das heißen? Führen versus Managen

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Eine berechtigte Frage; diese habe ich mir ebenfalls gestellt, nachdem mein Kunde mich in der Erhebung der strategischen System- und Positionsanalyse rund fünf Mal darauf hingewiesen hat, dass er eine Führungskraft sucht, die managen kann. Nach dem fünften Mal habe ich ihn konkret gefragt, was er damit eigentlich meint. Seine Antwort war zaghaft und nicht sehr überzeugend. Im Grunde war seine Intention jemanden zu haben, dem er die Aufgabe übertragen konnte, seine Unternehmensziele zu erfassen, zu begreifen, und gleichzeitig aber auch wusste, wie der Weg dorthin zu bestreiten wäre.

Da befinden wir uns wieder einmal in der Thematik der „Eier legenden Wollmilchsau“. Schwierig, aber lösbar. Sein Saga „eine Führungskraft, die managen kann“ ließ mir keine Ruhe. Somit machte ich mich auf den Weg, zu recherchieren, was das heißen soll.  

 

Hier ein paar Gedanken dazu:

Personalberatung_Wien_Fuhren_versus_ManagenIch habe studiert, habe sämtliche Führungsstile gelehrt bekommen, habe viele Berufsfelder gesehen, viele Unternehmen, viele Positionsanforderungen, in Projektmanagementkursen hat man vom „Managen“ gesprochen, aber selten wurde von der Kombination, eine Führungskraft, die managen muss, gesprochen. Aussagen wie, unser „Leadership-Programm bringt unseren Führungskräften bei, wie sie richtig führen“, „die Führungstrainings sollen den Führungskräften helfen, ihre Aufgaben zu bewältigen“, etc., aber wo ist das „Managen“ zu Hause?

Meine Behauptung: „Es gibt nur wenig Führungskräfte, die es auch im Stande sind zu managen.“ Plakativ gesehen ist das Ergebnis meiner Recherchen folgendes: Das Ziel der Führungskraft ist zu erkennen, wohin es gehen soll. Das Ziel des Managers ist zu zeigen, wie die Unternehmung dorthin kommt. Der Hauptanteil an Führungspositionen oder Managementpositionen erfordert das können oder wenigstens das Wissen über beide Fähigkeiten.

Warum? Simple Antwort: Wenn also die Führungskraft den Job hat, zu erkennen wohin das Schiff navigiert werden soll, dann gibt es in der österreichischen Unternehmenslandschaft relativ wenig solcher Jobs, die nur das erfordern. In den klassischen KMUs (Klein- und Mittelunternehmen) ist das in der Regel die Aufgabe der Geschäftsführer und bei den etwas größeren Unternehmen auch noch der Bereichsleitungen. In den Konzernen ist es weitgehend die Aufgabe der Vorstände und der Führungsebene darunter. Moment, ist es in den Konzernen überhaupt die Aufgabe der Vorstände? Die sind doch eigentlich die ausführenden Kräfte der Eigentümer (wer auch immer das jetzt ist) und deren Ideen. Da frage ich mich (jetzt wird es schon sehr philosophisch): Sind diese Vorstände nicht eigentlich Manager und die Geschäftsführer der KMUs die eigentlichen Führungskräfte? Siehe Skylink, wenn die Vorstände nicht managen können, dann entsteht ein unvermeidliches Disaster – Führen war in der Skylinkthematik nicht das Thema. Was Ziel des Skylinks war, hatten die Eigentümer definiert. Die Vorstände hätten "nur" den Weg dorthin richtig managen sollen.

 

Sie sehen, dieses Thema könnte sicherlich ein eigenes Buch füllen. Ich möchte mit geben, dass die Anforderungen an Führungskräfte und Manager in vielen Bereichen ähnlich sind, aber zur Erfüllung der essentiellen Aufgaben, um erfolgreich zu sein, sich stark unterscheiden. Wer also eine Führungskraft einstellen möchte, aber in Wahrheit einen Manager sucht, tut gut daran nochmals zu überdenken, was das Ziel dieser Funktion für das Unternehmen und somit die Unternehmung ist.

 

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